KULTUR PUNKTE 028, Emanuel Geibel, Im März
KULTUR PUNKTE 02829.03.2026
Deutsche Lyrik
Emanuel Geibel
Leben
Herkunft und Ausbildung
Geibels Geburtshaus in der Fischstraße 25 in Lübeck: zweites Haus von rechts, 25 Jahre nach Geibels Tod
Franz Emanuel Geibel wurde als siebtes von acht Kindern in der Fischstraße 25 in Lübeck geboren. Seine Eltern waren der Erweckungsprediger der reformierten Gemeinde Johannes Geibel und die Kaufmannstochter Elisabeth Louise Ganslandt (1778–1841).[3] Er besuchte das Katharineum zu Lübeck, das er als Klassenbester verließ. Noch als Schüler veröffentlichte er unter dem Pseudonym „L. Horst“ sein erstes Gedicht im Deutschen Musenalmanach für das Jahr 1834, den Adelbert von Chamisso und Gustav Schwab herausgaben.[4]...
Emanuel Geibel – Wikipedia
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Im März
Es ist mir eben angetan,
Zwei schöne Augen sahn mich an,
Und in den süßen, feuchten Schein
Blickt' ich zu tief, zu tief hinein.
Mir schwirrt der Kopf, mir glühn die Wangen,
Und nun kommt draußen der Lenz gegangen
Über die Hügel, über den Fluß,
Die Schwalbe zwitschert ihren Gruß,
Die Wolken ziehn, und zwischendrein
Fließet der lichte Sonnenschein,
Und aus dem klar vertieften Blau
Säuselt es linde, weht es lau,
Man meint, die Veilchen sind schon da.
Das ist ein sehnsuchtsvolles Weben,
Ein heimlich Locken und Leben
Allüberall, fern und nah.
Und du, mein Herz, wirst nie gescheit,
Lässest so willig dich verführen,
Öffnest der Sehnsucht Tor und Türen;
Von Liebesfreud und -leid
Singest du Lieder
Und bist so froh, bist ganz so töricht wieder
Als wie in deiner jungen Zeit.
Emanuel Geibel
Aus der Sammlung Lieder
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